Wenn das Blut die Nase herunterschießt schreckt man sich, oftmals steckt eine harmlose Ursache dahinter. Aber auch eine ernste Grunderkrankung oder Verletzung kann der Grund sein. Hier lesen Sie, was man selbst zur Blutstillung tun kann und wann man ärztliche Hilfe suchen soll.
Allergien, trockene Heizungsluft oder Erkältungen können die Nasenschleimhaut reizen bzw. austrocknen und dann kann es zum Beispiel beim Schnäuzen zu einer kleinen Verletzung mit harmlosem Nasenbluten kommen. Im inneren vorderen Teil der Nase gibt es viele kleine Blutgefäße nahe der Oberfläche, die leicht verletzt werden können. Häufige Ursachen für Nasenbluten (Epistaxis):
- Kleine Verletzungen durch Schnäuzen, Nasenbohren etc.
- Fremdkörper in der Nase – vor allem bei Kindern (Erbsen, Nüsse, Teile von Kinderspielzeug).
- Wachstumsschub bei Kindern kann das Risiko für harmlose, leichte Blutungen erhöhen, weil die kleinen Gefäße in der Nase dann empfindlicher sind und leicht reißen können.
- Schwere Verletzungen wie etwa ein Nasenbeinbruch.
- Schnupfen und allergische Rhinitis.
- Medikamente (Gerinnungshemmer), die die Bildung von Blutgerinnsel hemmen oder Arzneien, die die Blutplättchen hemmen und so Verklumpungen von Blutplättchen erschweren.
- Zu lange Anwendung von abschwellenden Nasensprays oder -tropfen
- Anwendung von Steroiden in der Nase wie etwa kortisonhaltige Sprays gegen Allergien.
- Gefäß- und Kreislauferkrankungen wie etwa Bluthochdruck, Arteriosklerose.
- Gerinnungsstörungen.
- Bösartige Tumoren im Bereich von Nase, Nasennebenhöhlen und Rachen
- Hoher Alkohol- oder Kokainkonsum über die Nase.
Einige Verhaltensregeln und Maßnahmen können helfen, bestimmte Formen des Blutens zu verhindern:
- Nasenbohren vermeiden und vorsichtig schnäuzen.
- Austrocknen der Nasenschleimhaut vorbeugen, indem man für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum sorgt (optimal sind 40 bis 60 %); eventuell Nasenspray mit Salzlösung verwenden
Kopf nicht in den Nacken legen
Erste Hilfe Tipps:
- Ruhig bleiben oder den Betroffenen beruhigen.
- Mit aufrechtem Oberkörper sitzen und leicht nach vorne beugen. So kann kein Blut in den Rachen laufen. Kopf nicht reflexartig in den Nacken legen, dadurch kann Blut in die Atemwege geraten bzw. in den Magen fließen, was zu Übelkeit führen kann. Wenn möglich nicht hinlegen. Keine Watte oder Taschentuch in die Nase stopfen, denn beim Rausziehen, kann die Verletzung wieder aufreißen.
- Beide Nasenflügel einige Minuten lang mit Daumen und Zeigefinger zusammendrücken.
- Durch den Mund atmen, kein Blut schlucken sondern ausspucken.
- Den Nacken kühlen (kalter Umschlag, Coolpad); wenn möglich, auch die Stirn kühlen.
- Blutdruck messen, um zu eruieren, ob Bluthochdruck ein Grund sein kann.
- Ist der Betroffene bewusstlos, ihn in Seitenlage bringen, damit das Blut nicht in die Luftröhre abfließt, sondern durch die Nase abrinnt.
In folgenden Fällen für ärztliche Hilfe sorgen
- Wenn sich die Blutung nicht stillen lässt (etwa nach 10 Minuten bei Kindern oder 20 Minuten bei Erwachsenen).
- Wenn das Bluten immer wieder auftritt (mehrmals pro Woche); wenn viel Blut geschluckt wurde.
- Nasenbluten bei Babys, bei Personen mit Gerinnungsstörungen oder wenn jemand gerinnungshemmende Medikamente einnimmt.
Nach Kopfverletzungen oder wenn Symptome wie Brustschmerzen, Atemprobleme, starke Blutung nach vorangegangener Operation von Nase, Rachen, Kopf auftreten oder wenn es zu Schwindel, Verwirrtheit, Schwäche oder Bewusstlosigkeit kommt, die Rettung verständigen. Auch wenn ein Kind zum Beispiel eine Knopfbatterie oder ein Plastikteil in der Nase hat, ist der Ambulanzbesuch im Spital ratsam.
Therapieoptionen
Je nach Ursache und Stärke der Blutung entscheidet der Arzt/die Ärztin, was zu tun ist. Ziel ist das Stillen der akuten Blutung und das Behandeln der zugrundeliegenden Ursache.
Verödung:
Leichtere Blutungen durch oberflächliche Gefäße können nach lokaler Betäubung durch Silbernitrat, Elektrokauter oder Laser verödet werden.
Tamponade:
Ist die Blutung sehr stark, kann eine Tamponade notwendig sein. Eine Tamponade (z.B. Gazestreifen, Mullstreifen, Ballontampon, der mit Luft oder Kochsalzlösung gefüllt wird) wird in die Nasenhöhlen gelegt, die nach Stunden oder Tagen wieder entfernt wird.
Abschwellender Nasenspray:
dieser hilft manchmal, weil er die Gefäße zusammenzieht.
Operation:
Manchmal muss die Blutungsstelle mittels Endoskop gesucht und dann verschlossen werden.
Zur besseren Heilung kann je nach Ursache eine Nasensalbe oder ein Antibiotikum erforderlich sein.

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